"Ich bekenne Gott, dem
Allmächtigen, und allen Brüdern, daß ich Gutes unterlassen und Böses getan
habe. Ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken durch meine Schuld,
durch meine Schuld, durch meine große Schuld.
Darum bitte ich die selige
Jungfrau Maria, alle Engel und Heiligen, und euch liebe Brüder, für mich zu
beten bei Gott, unserem Herrn."
Amen
Confiteor Deo omnipotenti et vobis,
frates, quia peccavi nimis cogitatione, verbo, opere et omissione mea culpa,
mea culpa, mea maxima culpa.
Ideo precor beatam Mariam
semper Virginem, omnes Angelos et Sanctos, et vos, fratres, orare pro me ad
Dominum Deum nostrum.
Amen
Das Schuldbekenntnis ist der älteste Teil des
Stufengebets. Schon in der Didache, die wahrscheinlich um 100 n. Chr. entstand,
heißt es: "Am Tage des Herrn versammelt euch, brecht das Brot und saget
Dank, nachdem ihr zuvor eure Sünden bekannt habt, damit euer Opfer rein
sei" (cap. 14). "Wer wird den Berg des Herrn besteigen oder wer wird
an seinem hl. Ort stehen?", fragt der Ps 23 und gibt die Antwort:
"Wer unschuldige Hände hat und ein reines Herz." Da wir aber Sünder
sind, müssen wir erst die Vergebung unserer Sünden erbitten, bevor wir es wagen
dürfen, ins Allerheiligste einzutreten.
Das Confiteor wird mit dem
Versikel aus dem Ps 123 eingeleitet: "Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde erschaffen hat." Er findet sich in Italien schon im
11. Jahrhundert. Außerhalb Italiens betete man bis ins 13. Jahrhundert oft den
Psalmvers: "Confitemini Domino, quoniam bonus", im Sinn von:
"Bekennt dem Herrn, denn er ist gnädig" (Ps 117,1).
Das nun folgende Schuldbekenntnis
ist ein dramatisches Gebet: Wir stellen uns im Geiste vor den Thron Gottes, der
von allen Engeln und Heiligen umgeben ist, und klagen uns selber unserer Sünden
an, die wir in Gedanken, Worten und Werken begangen haben. Die besonders
erwähnten Heiligen sind sehr passend ausgewählt: Die allerseligste Jungfrau
Maria hat nie eine Sünde begangen und ist in ihrer vollkommenen Hingabe an Gott
das Ideal jeder christlichen Seele. Der Erzengel Michael hat sich im Streit mit
den rebellischen Engeln ausgezeichnet; der hl. Johannes der Täufer war der
große Bußprediger, der die Herzen der Menschen für die Ankunft Christi
vorbereitete, und die Apostel Petrus und Paulus sind die Säulen der Kirche,
denen die Binde- und Lösegewalt übertragen wurde.
Vor Pius V. gab es in den einzelnen Diözesen verschiedene Fassungen des Confiteor und auch später fügte man
bisweilen noch willkürlich weitere Namen ein, was von der Ritenkongregation
wiederholt verboten wurde. Nur einzelne Orden dürfen noch ihren Gründer (z.B.
Benedikt, Franziskus) nennen.
Wir bekennen die Sünden aber auch vor den anwesenden Gläubigen. Das Confiteor ist also eine Art öffentlicher
Beichte, wie sie im Altertum vorkam. Da wir als Glieder des mystischen Leibes
miteinander verbunden sind, schaden wir durch unsere Sünden nicht nur uns
selbst, sondern auch den anderen, weil wir mit ihnen ein schlechtes Beispiel
geben und die Kirche großer Gnaden berauben. Wären alle Christen vorbildlich,
würde die Welt anders aussehen. Darum müssen wir auch die anderen um Verzeihung
bitten.
Der Priester betet das Schuldbekenntnis
tief gebeugt. So heißt es schon im Ordo Romanus VI, der noch im ersten
Jahrtausend entstand, daß der Priester "mit gebeugtem Haupt für seine
Sünden" bete. Diese Körperhaltung sowie das dreimalige an die Brust
Klopfen sollen tiefe Reue und Zerknirschung des Herzens ausdrücken. Das
dreimalige "mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa" entspricht den drei
Arten der Sünde (in Gedanken, Worten und Werken) und ist Zeichen der
Eindringlichkeit des Bekenntnisses.
Im zweiten Teil des Confiteors bitten wir dann die Heiligen und Anwesenden um
ihre Fürsprache bei Gott. Dies ist Ausdruck des Glaubens an die Gemeinschaft
der Heiligen, kraft derer wir uns gegenseitig zu Hilfe kommen können.
Der Priester wartet dann noch in gebeugter Haltung das Gebet der Gemeinde bzw.
Ministranten ab: "Der allmächtige Gott erbarme sich deiner, er lasse dir
die Sünden nach und führe dich zum ewigen Leben." Dann richtet er sich
auf, während die Ministranten nun ihrerseits ihre Schuld bekennen, worauf dann
der Priester für sie betet. Hier geht sehr schön die Forderung des hl. Jakobus
in Erfüllung: "Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander,
damit ihr geheilt werdet" (Jak 5,16). Der Priester fügt aber zu dem
Bittgebet noch eine Form der Lossprechung hinzu, bei der sich alle bekreuzigen:
"Nachlaß, Vergebung und Verzeihung unserer Sünden schenke uns der
allmächtige und barmherzige Herr." "Amen." Dieses Gebet ist
natürlich keine sakramentale Lossprechung, durch die schwere Sünden
nachgelassen werden wie in der Beichte, aber es ist ein Sakramentale, durch das
läßliche Sünden vergeben werden, wenn wir das Confiteor
mit Reue und Andacht beten. Bemühen wir uns daher, das Confiteor nicht gedankenlos
herunterzubeten, sondern dabei wirklich mit Reue an unsere Sünden zu denken.
Halten wir uns dabei das Gleichnis vom selbstgerechten Pharisäer und demütigen
Zöllner vor Augen. Der Herr sagt ja, daß dieser Zöllner wegen seiner demütigen
Bitte vor Gott Gnade fand. Beten wir dann beim "Misereatur" auch im
Herzen für den zelebrierenden Priester, wie wir es mit den Lippen ausdrücken.
Dann wird das Stufengebet in uns bewirken, daß wir mit ganz reiner Seele an der
hl. Messe teilnehmen können.
Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den
Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde;
und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn;
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben;
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toden,
aufgefahren in den Himmel;
Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den heiligen
Geist,
die heilige katholische Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten,
und das ewige Leben
Amen.
Magnifikat
Meine Seele preist die Größe
des Herrn, *
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit
seiner Magd hat er geschaut. *
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Großes
an mir getan, *
und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von
Geschlecht zu Geschlecht *
über alle, die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm
machtvolle Taten: *
Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die Mächtigen vom
Thron *
und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er
mit seinen Gaben *
und läßt die Reichen leer ausgehn.
Er nimmt sich seines
Knechtes Israel an *
und denkt an sein Erbarmen,
das er unsern Vätern
verheißen hat, *
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
Amen.