Schon im Alten Ägypten um 3000 v. Chr. formte sich der religiös überaus
wichtige Gedanke des Totengerichtes: Die Göttin der Wahrheit (Maat) wog nach
ägyptischer Vorstellung auf der Waage der Gerechtigkeit, ob das Herz des
Verstorbenen so leicht und unbeschwert (von aller Schuld) sei wie eine Feder
aus ihrem Haar. Zwei Erfahrungen sprechen sich in einem solchen Glauben aus:
der Wunsch nach Gerechtigkeit, der auf Erden immer wieder so bitter enttäuscht
wird, und das Verlangen nach Vollendung unse-res Lebens, das in den wenigen
Jahren unserer schattenverwirrten irdischen Existenz niemals dahin gelangt,
sich selber ganz zu begreifen.
Im Christentum kleidet sich der gleiche Gedanke in die doppelte Vorstellung von
einem «persönlichen Gericht», dem jeder im Augenblick seines Todes unterzogen
werde, und von einem «allgemeinen Gericht», dem am «Jüngsten Tage» die ganze
Menschheit entgegen gehen werde. Jeder kennt die Darstellungen an den Portalen
gotischer Kathedralen, die zeigen, wie Christus «wiederkommt, zu richten die
Lebenden und die Toten». Deutlich sieht man dort, wie unter den Augen des «Richters»
die Menschen von einander «geschieden» werden: Engel führen auf der einen Seite
die Guten in die Gefielde der Seligen, während sie auf der anderen Seite die
Bösen in den offenen Rachen der Hölle treiben.
Es war insbesondere diese Vorstellung von der «ewigen Höllenstrafe», die bis in
die Gegenwart hinein in der christlichen Lehre das Bild Gottes mit schlimmen
Ängsten verdüstert hat. Wie aber soll es möglich sein, daß ein Gott der Liebe
Menschen mit ewiger Qual bestraft? Trotz dieses offenbaren Widerspruchs wurde
die Lehre von der Hölle katholischerseits immer wieder mit der Erklärung
begründet, Gott nehme halt den «freien Willen» der Menschen absolut ernst, auch
wenn sie sich gegen ihn entschieden. Doch damit verschärft sich nur das
Problem: Welch ein Mensch entscheidet sich schon «freiwillig» für seine ewige
Pein? Es gibt gewiß auf Erden eine Fülle von Leid, das Menschen sich selber
zufügen, doch schaut man genau hin, so hat sich, wenn sie so tun, in ihrer
Seele nur all die Verneinung und Zerstörung verinnerlicht, der sie vermutlich
seit Kindertagen bereits ausgesetzt waren. Es ist leider richtig, daß
angesichts solcher Zustände Mah-nungen und Warnungen oft nicht viel helfen und
daß auch psychotherapeutisch oft nur wenig oder gar nichts dagegen auszu-richten
ist.
Warum aber sollte Gott ein ebensolcher Stümper sein wie wir, und warum sollte
man ihm nicht zutrauen dürfen, daß er die Unfreiheit des «Bösen» im Menschen zu
durchbrechen vermöchte?
Man müsse an die Hölle glauben, erklären manche Theologen, weil JESUS im Neuen
Testament von der Hölle gesprochen habe. Das hat er freilich, - doch teilte er
damit lediglich den Glauben seiner Zeit. Will man wissen, was JESUS wirklich an
Eigenem und Neuem mit dem Bild von der Hölle aussagen wollte, so ist es nicht die
Behauptung, es gebe eine Hölle, sondern der Inhalt, mit dem er die Vorstellung
von der Hölle verknüpft.
So schilderte er zum Beispiel (nach dem Vorbild eines ägyptischen Märchens),
wie ein reicher Mann im Jenseits bestraft wird, weil er einen armen Bettler vor
seiner Haustüre hat Not leiden lassen. (Lk 16,19-31) Die Hölle, so verstanden,
ist in den Augen JESU ein Zustand mangelnder Liebe, und genauso malt er es auch
in dem Gleichnis vom Großen Weltgericht in Mt 25,31-46 aus: Die einzig wichtige
Frage an unser Leben wird sein, wie wir uns Menschen in Not gegenüber verhalten
haben. Wollte JESUS wirklich sagen: Menschen, die lieblos sind, kommen in die
Hölle?
Im Grunde sagte er: Menschen, die hartherzig genug sind, um am Leid ihrer
Mitmenschen ungerührt vorübergehen zu können, leben längst schon (wie) in der
Hölle. Das Bild von der «Höllenstrafe» wirkt in der Verkündigung JESU wie eine
perspektivische Diagnose, die zeigen soll, wohin, endgültig gedacht, ein
solcher Seelenzustand führen muß. Wie aber wird ein Mensch «harther-zig» und
wie heilt man die Verletzungen, die ihn dahin gebracht haben?
Diese Frage stellt sich im Neuen Testament nicht. Dafür erzählt die christliche
Mythe, daß JESUS nach seinem Tode in die «Hölle» hinabgestiegen sei, um den
Verdammten die Erlösung zu bringen; doch warum erst «nach seinem Tode»?
Die «Hölle», aus welcher JESUS uns befreien wollte, war offensichtlich unser
ganz «normales», gewohntes Leben. Vermutlich hat ORIGENES (185-254) JESUS
richtig verstanden, wenn er mit der Liebe Gottes, die er verkündete, nur die
Rettung aller verbinden konnte; das kirchliche Lehramt verurteilte ihn zwar als
Irrlehrer; doch welch ein Irrtum
könnte größer sein als ein «Glaube», der mit seiner Höllenangst in den Kerkern
der Heiligen Inquisition noch vor gar nicht so langer Zeit 100 000e von Opfern
gefordert und unzählige Menschen schon auf Erden um ihr Glück betrogen hat?
Man kann es nicht anders sagen: Die gesamte Vorstellung ist offenbar falsch,
daß Gott nach dem Vorbild eines irdischen Richters dem Menschen Strafe und Lohn
in «Gerechtigkeit» zumesse; all die (altägyptischen) Bilder lassen sich nur als
Chiffren eines existentiellen Entscheidungsernstes deuten. Dann aber geht es
bei dem Gedanken des «Gerichtes» überhaupt nicht um irgendein äußeres Urteil;
gemeint ist mit dem «Gerichtsgedanken» vielmehr, daß wir im Tode der Macht
gegenübertreten, die wollte, daß wir sind; dann werden wir zum ersten Mal uns
selber und unser Leben zu betrachten vermögen mit den Augen reiner Liebe; dann
werden uns all die Momente von Herzen leid tun, an denen wir aus Angst und Enge
zu einer großzügigen Weitherzigkeit gar nicht imstande waren; andererseits
werden sich dann bestätigend all die Augenblicke unseres Lebens wie Goldkörner
beim Sanddurchlauf eines Siebes sammeln, in denen wir trotz allem manchmal über
unseren Schatten zu springen vermocht haben.
Die klassische Lehre, die einen solchen Zustand des «Gerichtes» beschreibt, ist
in der christlichen Dogmatik die Vorstellung vom Fegefeuer. Auch diese Lehre
wurde in der katholischen Kirche mit Angst und Magie aufgeladen und bot in der
groben Veräußerlichung des Handels mit «Ablässen» zur Rettung der «armen
Seelen» aus dem Fegefeuer sogar den unmittelbaren Anlaß für die Reformation
MARTIN LUTHERs. Doch was mit der Vorstellung vom Fegefeuer eigentlich gemeint
sein könnte, entbehrt nicht der Weisheit: Menschen leiden darunter, wenn sie
deutlich zu spüren beginnen, wie sie hätten leben sollen, es aber nicht mehr
ändern können, anders gelebt zu haben, und am meisten leiden sie darunter, wenn
sie mitansehen müssen, wie sie andere Menschen durch ihr Verhalten geschädigt
haben, ohne die Chance zu besitzen, ihnen zu helfen. In solch einer Lage
bedeutet es tatsächlich eine «Erlösung» aus dem «Fegefeuer», wenn es Menschen
gibt, die heilend in die Lücken treten, die wir mit unserem eigenen Leben
gerissen oder hinterlassen haben.
Das nämlich ist die eigentliche Botschaft der Bilder vom Großen Weltgericht:
daß wir in allem untrennbar zusammengehören. Da gibt es kein Reich der für immer
Toten und daneben ein Reich der heute noch Lebenden, kein Reich der für immer
Geretteten und daneben ein Reich der für immer Verdammten, es gibt nur ein
einziges Reich der Liebe, in dem wir auf immer unter den Augen Gottes gemeinsam
sind.
Aus: E. Drewermann, Hat der
Glaube Hoffnung?, Düsseldorf 2000, 321ff"
Drewermann
hat ein großes Geschick schwere Irrlehren zu verbreiten. Er gibt sich und
seinen diesbezüglichen Gott als großen
Humanisten im Sinne des Zeitgeistes aus, ein Humanist der sich mit großer Selbstverständlichkeit
für Abtreibung ausspricht, der behauptet, daß Christus verwest ist, daß es
selbstverständlich keine Hölle gibt, daß demzufolge alle in den Himmel kommen
usw.
Meinungen
zu Drewermann, aufgespiest im Internet:
Warum sollte Kardinal Meisner nicht
Recht haben mit seiner Kritik?
Trotz mancher guter Veranstaltungen und Gottesdienste,
hätte ein Drewermann, dessen Meinung ja nun seit vielen Jahren gut bekannt ist und
der nicht nur von der Kirche wenig hält, sondern auch das Christentum an sich
in Frage stellt, niemals an so einem Katholikentag ein Forum gegeben werden
dürfen.
Da ist Fundamentalkritik genau angemessen. Jede Firma
würde so etwas nicht zulassen, dass jemand gegen ihre Philosophie hetzt und das
auf einem Firmentreffen, das Werbung für die Firma sein soll. Die Welt ist wohl
klüger als die Frommen.
Wer das nicht mehr merkt, dem ist nicht mehr zu helfen.
Vor lauter falscher Toleranz wird die Substanz aufgegeben
und dies auch noch von jenen, die die Kirche offiziell vertreten.
*
Also mir ist egal was dieser Mensch
sagt. Nur hab ich ein Problem damit, wenn Menschen, die gegen Gottes Weltkirche
agieren, dies bei einem Event tun, das den Begriff katholisch in sich trägt.
Der Katholiken Tag, der das Wort katholisch in sich trägt und man so denken
könnte, dass diese Veranstalltung etwas mit Gottes Weltkirche zu tun hätte.
Von mir aus können Menschen von Wir Sind Kirche, Kirche
Von Unten und Drewermann, in einer Veranstalltung zu Gast sein oder dort
Hauptattraktionen sein, die den Namen wie, nationalstische und mit der
Weltkirche Gottes nichts zu tun habende katholische Kirche Deutschland, tragen.
Denn dann wäre eine klare Abgrenzung gegeben, so dass niemand denken würde,
dass diese Menschen etwas mit Gottes Weltkirche zu tun hätten.
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???Die Kirche der Zukunft wird nicht mehr von
Kirchensteuer und großem Grundbesitz leben, sondern von der Freude an Gott, die
unsere Lebensenergie ist", sagte Meisner
*
Wenn ich Bischof wäre, würde ich mit
dem Drewermann schnell fertig werden, aber der damalige Bischof (jetzt
Kardinal)Kasper hat ihm wenig entgegensetzen können. Warum wohl? Bekannt ist
längst, dass Drewermann gar nicht an das Opfer Jesu glaubt, damit also kein Christ ist
und so ein Irrlehrer findet noch Resonanz in kirchlichen Kreisen, weil er schöne
Worte zu machen weiss und damit die Leute einlullt, an die er sich selber nicht
hält. Ein Wolf im Schafspelz, auf den vor allem viele Frauen hereinfallen, die
im Glauben wenig gefestigt sind.
Siehe:
http://www.kath.net/detail.php?id=7970
Hat man zu paulinischen Zeiten Irrlehrer in der Kirche
geduldet? Heute ist es schon weit gekommen.
(Im Ernst: Es ist ja nicht die Rede
davon, das Jesus, äääh Pardon, Lehmann nicht mit Drewermann oder Küng
oder Gaillot oder mit Schmitz-Backes reden soll. Sondern die Frage ist, in
welcher Form das zu geschehn habe. Soweit ich weiß, hat damals keine
öffentliche Debatte mit der Sünderin stattgefunden. Auch die Einkehr ins Haus
des Zachäus geschah wohl weniger, um Zachäus zu ehren, sondern um seinem Haus
Heil zu schenken. Da sehe ich den Unterschied.)
Je weiter wir uns von Gott entfernen, desto mehr
fallen wir auf Irrlehrer herein!
Lesen wir doch weder das Wort Gott, statt ständig
de Interpretationen der Irrlehrer dazu
zu lauschen! Unsere vielen Irrlehrer bauen den theologischen Turmbau zu Babel
und sie babeln viel. dieser gigantische Turm wird einstürzen und wir werden in
seinen Trümmern umkommen, wenn wir uns daran orientieren oder gar drin wohnen!