Mehrheitsbeschluß und Basta!

 

In einer Demokratie verbirgt man sich gerne hinter sogenannten Mehrheitsbeschlüssen.

 

Ein Beispiel: Ende der 90er Jahre wurde in Heidelberg, in der Peterskirche, ein Theaterstück aufgeführt: "Gottesvergiftung". Auf den großen Plakaten war ein angehender Theologe vom choralgrafischen Thetaer der Stadt Heidelberg nackt zu sehen, bekleidet nur mit einer Nikolausmütze, der auf das Dach einer Kirche urinierte, dabei die Hände weit auseinanderspreizte und dem bildbetzrachter frontal sein Geschlechtsorgan zeigte.  Das Theaterstück, aufgeführt direkt am Altar verpsrach enstprechen Gotteslästerlich zu werden. Wir haben uns damals bei einer hohen Anzahl evangelischer und katholischer Geistlicher in Heidelberg beschwert, erhielten aber ausnahmlos die Antwort, daß sie es nichts angehe. Also wendeten wir uns an das 12er Gremium des Kapitels der Peterskirche. Auch dort zeigte man uns die kalte Schulter, das Stück wurde also aufgeführt. Allerdings wurde uns versprochen, daß man davon Abstand genommen habe original in die Kirche zu pinkeln.  Wir informierten BILD und Focus usw. und es kamen dann auch Berichterstattungen darüber. Zu sehen war auf dem großen Foto der Bildzeitung  ein angehender Theloge, der "Vom Himmel hoch..." geigte,. während ihm eine angehende Theologin die Hosen runterlies und in die Genitalien griff. Den Altar pinkelte man "nur" mit Wasser an. Das Theaterstück quoll über von perversen Szenen und die vielen theologischen Studenten klatschten unablässig frenetischen Beifall. Ein gewisser Professor Ritter, bei dem wir uns mehrfach erfolglos beschwert hatten, wurde von der Bildzeitung gefragt was er von diesem Stück halte. Professor Ritter entgegenete, daß das Stück unerhört sei. Dennoch, so die Bildzeitung, stimmte er zu, daß es noch zweimal aufgeführt werden dürfe. Uns beschimpfte er in einem Schreiben sehr wüst und drohte mit Klage falls wir uns nochmals bei ihm beschweren würden. Er teilte uns mit, er alleine habe doch gar nichts machen können, da insgesamt 12 Personen die Entscheidung getroffen hätten. Später sagte mir eine Frau des 12er Gremiums, sie habe einsam und alleine gegen die Aufführung gestimmt, Professor Ritter stimmte folglich dafür. Daß er dieses Stück bei der BILD-Zeitung für "unerhört" erklärte war u.E. nach die reine Heuchelei und er setzte dem ganzen die Krone auf, als er sich u.E. feige hinter einem Mehrheitsbeschluß verkroch, den er in eigener Person mit herbeigeführt hatte.

 

In einer Diktatur verbirgt man sich gerne hinter einem Führerbeschluß, in einer Demokratie hinter Mehrheitsbeschlüssen, oder agressiven Minderheiten, denen man vehement Minderheitenrechte zugesteht. So ein Verhalten hat Christus uns nicht vorgelebt!  Man denke mal was eigentlich in einer Gemeinde geschieht, die solche Theologen über sich ergehen läßt. Werden da nicht alle wie das faule Obst angesteckt und bekommen ihre furchtbare Gleichgültigkeit dann noch als besonders lobenswerte Toleranz hingestellt? Wer widerspricht gilt natürlich sofort als ewiger, mittelalterlicher Moralist. Selbst unsere Beschwerde beim zuständigen Bischof der Pterskirche lief ins Leere. Er empfahl uns, doch einfach nach der Aufführung darüber zu diskutieren.