Schwören?
Christus
verbietet den Menschen das schwören.
Dennoch
ist es gang und gäbe z.B. bei Gerichten zu schwören.
Warum wir nicht schwören sollten:
Ein
Bekannter erzählte mir von einem Rechtsstreit den er vor Gericht hatte. Dort
hätte er die ganze Situation nach bestem Wissen und Gewissen geschildert. Als
der Richter ihn dann zu einem Schwur aufgefordert habe, da habe er diesen
verweigert, mit der Begründung, daß niemand eine Sache bis ins allerletzte
rekapitulieren könnte. Der Richter habe ihm darauf geantwortet, daß er nicht
glaubwürdig sei. Mein Bekannter antwortete dem Richter, daß seine Aussagen
richtig gewesen seien, aber niemand eine Sache bis in den allerletzten Winkel
durchleuchten könne, das bleibe Gott alleine vorbehalten und er sei nunmal
nicht Gott.
Christus sagt: Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein, alles
andere ist von Übel.
Wie
oft gibt es vor Gericht Situationen wo sogar beide Seiten ihre Darstellung mit
bestem oder fast bestem Wissen und Gewissen schildern. Die Aufforderung
zum Schwur heißt nun: War das 100 % so wie sie es schildern? Wie oft wird dann
die Schwurhand gehoben, um sich nicht die kleinste Blöße zu geben.
Der
Schwur ist ein besonderes Druckmittel, aber der Wahrheitsfindung dient er letztlich
nicht. Man könnte ja auch ein verbindliches Ja oder Nein äußern, mit allen
Folgen, die eine Falschaussage haben kann. Jeder Richter weiß doch wie oft sich
Menschen schwer irren oder sogar ganz bewußt die Wahrheit verfälschen.
Ich
habe bei einer Gerichtsverhandlung einmal die Frage an mehrere Zeugen erlebt,
wieviel Personen in einem bestimmten Auto zur Tatzeit waren. Es wurde von drei
Zeugen jeweils unterschiedliche Insassenzahlen genannt und alle drei Zeugen
waren fest von ihrer Aussage überzeugt. Als es zum Schwur kommen sollte, wurde
augenscheinlich niemand der Zeugen nervös, weil jeder von seiner Aussage
überzeugt war. Waren alle drei bis ins allerletzte von ihrer Aussage überzeugt?
Christus verbietet uns das Schwören und wir täten gut uns daran zu
halten. "Euer Ja sei ein Ja, euer
Nein ein Nein, alles andere ist von Übel."
Denn
wer falsch vor Gott schwört oder einen Eid ablegt, der letztlich nicht der
Wahrheitsfindung dient, der begeht eine schwere Schuld vor Gott. Ja,
selbst wenn sein Schwur stimmen würde, hätte er Schuld auf sich geladen!
Ich
gestehe an dieser Stelle, daß ich bei einer Aufforderung zum Schwur in
große Gewissenbisse geraten könnte, weil die Verweigerung des Schwurs ja
entsprechend ausgelegt würde. Sollte man den Schwur auch dann verweigern, wenn
Schuldige daraufhin womöglich frei gesprochen und das eigene Recht nicht zur
Geltung käme? Man soll Gott jedenfalls mehr gehorchen als den Menschen!
Die
Justiz fordert in gewissen Fällen den Eid oder Schwur. besser aber wäre es
eine besonders verbindliche Antwort zu fordern, die sich weder Eid
noch Schwur nennt.