Behindert sind wir alle!

Nirgendwo zeigt sich die Behinderung eines Menschen stärker als in seiner Unfähigkeit Begegnung zu "machen". Eine Autonomität des Menschen, Gott gegenüber, liegt also zweifelsfrei nicht vor! Behindert sind wir alle und nur in echter Begegnung frei, die wir nicht "machen" können. Sehr wohl aber verlangt Gott von uns Menschen, daß wir uns auf vertiefte Begegnung vorbereiten lernen, durch Gebet, durch Treue, durch Demut... Falsche Begegnung wird heute durch viele Rattenfänger angeboten: Pornografie, Drogen, Alkohol, Medienwelt, Konsum usw. All das aber schafft keine wirklichen Begegnungen, wir werden im Gegenteil in die äußerste Oberflächlichkeit getrieben und erleben einen ungeheuren Sinnverlust, der in Deutschland Jahr für Jahr Tausende in den Selbstmord treibt, hunderttausende abhängig macht von psychologischer oder gar psychiatrischer Hilfe. Jesus Christus sagt zu einem Mann, der ihm nachfolgen aber zuvor noch seine verstorbenen Eltern begraben will: "Laß die Toten ihre Toten begraben, du aber komm und folge mir nach!" Erschreckend viele Menschen in Kirche, Staat, Medien, Industrie und Gesellschaft sind lange schon zu "lebenden Toten" geworden und preisen die Vorgaben dennoch als das Leben an. Jeder von uns trägt ein Leben lang eine schwere Behinderung mit sich, die schwerste Behinderung überhaupt, die sich denken läßt: Die Unfähigkeit zur Begegnung, die in dieser gottlos gewordenen Welt immer spärlicher stattfindet. Gott hat uns sehr schwach geschaffen, weil wir selbst in unserer ausgesprochenen Schwäche an Größenwahn leiden. Wir sollen daher unsere Schwächen erkennen und nicht so tun als seien wir von Gott autonome Wesen... Warum wohl führt Gott uns Menschen so tief in die Wüste, warum wohl verlangt er eine innere Entscheidung des Menschen zu ihm hin? Es ist einfach krank das Leben und die Liebe, den Frieden, die Gerechtigkeit und das Glück ohne den zu suchen, der all das doch in Person ist! Außerhalb Gottes gibt es keine Begegnung und ohne Begegnung sind wir nicht frei, sondern gebunden an das Elend und die Ausweglosigkeit. Es ist erschreckend, daß nicht einmal Geistliche das Wort Gottes von der Umkehr predigen, sondern im allgemeinen den Menschen den Ratschlag geben so zu bleiben wie sie sind. Es ist kein Wunder, daß in so einer Kirche keine Aufbruchstimmung entsteht und die notwendige Wüste abgelehnt wird, die sich durch unser starres Denken gleichwohl immer mehr vergrößert. Was hat uns die Wüste denn zu sagen? Die 68er behaupteten Liebe "machen" zu können und meinten die Hurerei, die mehr Menschen vernichtet als alle unseligen Kriege zusammengerechnet. Wir müssen endlich damit beginnen den Anschluß an das Reich der Liebe zu suchen!