Beichten!
"Das Bewußtsein des Menschen, daß er ein Sünder ist, die Bereitschaft, seine Schuld beim Namen zu nennen, und die Einsicht, daß nur der vergebende Gott einen Neuanfang schenken kann, sind heute weitgehend verdunkelt und völlig verschwunden!" Warum denken viele Christen so? Weil ihr Glaube weitgehend verkümmert ist. Wer dagegen sein Ziel kennt und es zu erreichen sucht, der weiß: Ohne richtige Selbsterkenntnis, aufrichtige Reue und rückhaltlos offene Anklage seiner Schuld im Sakrament der Buße ist das Gift der Sünde nicht aus der Seele zu tilgen. Auch dafür gilt: "Nur die Wahrheit wird euch frei machen!" Joh. 8, 32 Vor Gott können wir nicht "Theater spielen", mahnte Pater Pio schlecht vorbereitete Gläubige und schickte sie einfach aus dem Beichtstuhl; dadurch tief erschüttert, gingen sie in sich und fanden den Mut zu einer wahren, inneren Umkehr!"
Aus: Deine Tage sind gezählt
Die Mehrheit unserer Geistlichen bietet die Beichte nicht mehr an und begeht damit eine furchtbare Sünde unterlassener Hilfeleistung. Stattdessen pflegt man übermäßige Liberalität und spricht Pauschalabsolutionen aus.
Zuviel Liberalität begünstigt zuviel Unrecht!
Jesus sprach:
"Empfangt den heiligen Geist! Denen ihr die Sünden nachlassen werdet, denen sind sie nachgelassen; und denen ihr sie behalten werdet, denen sind sie behalten." Joh. 2,21
"Der Wille (die Phantasie) ist die einzige Pforte, durch die der Teufel in unser Ich eindringen kann. Außer dieser gibt es keine Geheimtüre."
Pater Pio
Nehmen wir die sexuelle Phantasie des Menschen: Wer heute mit dem Gedanken spielt ein Kind zu mißbrauchen, der wird es irgendwann auch tun. Und selbst wenn er es nicht täte, so hätte er die Kinder doch schon als pure Objekte der Lust degradiert und würde eine entsprechend vergiftete Atmosphäre verbreiten. Jeder Mensch ist nicht nur verantwortlich für seine Taten, er ist es auch für seine Phantasien. Wenn die Verbindung zu Gott abreist, dann reißt die Verbindung zum Reich der Liebe ab und damit beginnt dann das Gegenteil der Liebe, die Perversion, die Abart der Liebe, die in toten, totalen Extremen enden kann und schließlich die Seele des Menschen vernichtet. Wieviele Frauen finden nicht mehr zur vertieften Begegnung, weil sie sich als Objekte degradieren lassen, die (Mann) doch gar nicht meinen kann! Folglich gibt es dann nur noch "Begegnungen" ohne innere Begegnung und damit immer schnellere Wechsel, um den Bluff einer Begegnung aufrecht zu erhalten. Wer seine Schlechtigkeit nicht bereut und nicht umkehrt, der überläßt sich den Dämonen. Ob Abtreibung, Kindesmißbrauch, Vergewaltigung von Frauen, Mord, Diebstahl, Ehebruch, Verleumdung, Stolz, Hass usw. - all diese schwere Sünden geschehen nur aus der Distanz zu Gott heraus und bringen das Gegenteil dessen zur Geburt, was Gott in uns geboren sehen will: Das Reich seiner Gerechtigkeit und Liebe. Die Beichte ermöglicht uns Menschen einen Neuanfang und deswegen sollten die Priester sie vermehrt anbieten. Die Priester sollten auch von uns daran erinnert werden!
Jeder Mensch trägt in sich eine Art Jauchegrube seiner Sünden. Wenn diese innere Jauchegrube nicht durch eine gute Beichte entsorgt wird, wenn wir stattdessen den Deckel draufhauen und die Jauche parfümieren, dann muß es in uns gären und brodeln bis die Gespenster der Fremdbestimmung aufsteigen und unser Leben in die Hand nehmen. Wir werden dann zu lebenden Toten und halten uns gleichzeitig für modern. Modern und moooodern liegt in diesem Fall verdächtig nah beisammen!