Beichtstuhl

Von Jesus wird mehrmals ausdrücklich berichtet, daß er Menschen zugesagt hat: "Deine Sünden sind dir vergeben".
Nach seiner Auferstehung, begegnet, erscheint er seinen Jüngern und beauftragt sie, in seinem Namen Sünden zu vergeben.
Im Bußsakrament hat dieser Auftrag seine konkrete Form gefunden. Diese Form hat sich im Unterschied zu anderen Sakramenten
erheblich gewandelt. Der Beichtstuhl leitet sich von der Form der Buße ab, die in Irland entwickelt wurde. Der Beichtende
tritt einzeln dem Priester gegenüber. Er kniet sich an eine Seite des Beichtstuhls, die durch eine Tür oder einen Vorhang
nach außen abgeschirmt ist. Zwischen dem Priester und dem Beichtenden befindet sich ein Holzgitter. Nach einer Segensformel
klagt sich der Beichtende selbst an, erhält einen Zuspruch des Priesters und als Buße meist die Auflage, ein Gebet zu sprechen
oder aber auch Schaden wieder gut zu machen.
Der Priester spricht ihn mit folgenden Worten von seinen Sünden los:
"Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und den
Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung du Frieden. S o
spreche ich dich los von deinen Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen."
Der Beichtende kann sicher sein, daß sein Sündenbekenntnis durch ein striktes Stillschweigen geschützt ist. Eine Verletzung
des Beichtgeheimnisses wird sehr streng geahndet. Der Priester wird, wenn er dieses Geheimnis nicht einhält, durch die
Zuwiderhandlung ohne besonderen Richterspruch aus der Kirche ausgeschlossen. Nur der Papst kann einen solchen Priester wieder
in die Kirche aufnehmen und ihn wieder in sein Amt einsetzen.
Die Beichtstühle erinnern, wie auch das Weihwasserbecken am Eingang der Kirche, daran, daß der Weg zum Altar, zur Auferstehung,
zum himmlischen Jerusalem ein Weg der Reinigung und der Buße ist. Es soll sich am Menschen etwas verändern. Deshalb geht von
dem Beichtstuhl eine strenge Atmosphäre aus. Diese Stühle sind jedoch zugleich Orte der Gnade, der Beichtende wird vor Gott
von seiner Schuld befreit, er kann aufatmen und in seinem Leben einen neuen Anfang setzen.
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