Das Fegefeuer
Wer die Heilige Schrift liest, dem ist nicht unbekannt, daß Jesus 3 Tage lang im
Reich des Todes war. Auch steht im Neuen Testament geschrieben, daß viele arme Seelen
nach dem Tode noch gerettet werden können, "aber wie durch ein Feuer hindurch".
Über 30 mal warnt Jesus Christus vor der Hölle für unbußfertige Seelen und bezüglich des Fegefeuers
sagt er unmißverständlich, daß der Mensch auf dem Weg zum Gericht mit seinem Gerichtsherrn
Einigung suchen solle, weil er sonst eingesperrt werde und seine Schuld bis auf den
letzten Heller bezahlen müsse.
Warum lesen so wenige das Testament Gottes für uns Menschen?
In der untersten Stufe ist das Fegefeuer der Hölle ganz nahe und in der obersten Stufe
ist es nur noch unermeßliche Sehnsucht nach Liebe. Gott hat diesen Ort der Reinigung
geschaffen, damit wir doch noch einen Zugang zum Himmel bekommen.
Das ist eine große Gnade!
Die Beste Möglichkeit zeitlicheSünden zu entsorgen ist nicht
die Verdrängung derselben,
weil sie dann im Inneren des Menschen gären und brodeln und ihn fremdbestimmen.
Ein eingeschläfertes Gewissen ist nur scheinbar ein gutes Ruhekissen, weil es aus uns
lebende Tote macht von denen Jesus schon warnend spricht. Ein eingeschläfertes Gewissen
macht uns lieblos und rächt sich durch eine plötzlich hereinbrechende Springflut der eigenen
ungesühnten Schuld, spätestens wenn wir einmal sterben, oft genug aber schon im Laufe des Lebens
für unzählige Menschen. Der Mensch hat eine innere Jauchegrube, die er durch eine aufrichtige Beichte und Buße,
durch Gebet und gute Werke mit Gottes Gnade entsorgen kann. Wer aber diese Jauchegrube
leugnet und womöglich mit Parfüm beschüttet, der hat nunmal schlechte Karten.
Eine aufrichtige Beichte zieht die Sündenvergebung nach sich und Priester sind autorisiert
Sünden zu vergeben! Christus spricht: "Wenen ihr die Sünden nachlaßt, denen sind sie
nachgelassen." Eine läßliche Beichte bedeutet zwar auch die Vergebung der Sünden,
der Mensch entkommt also dem Tod, aber weil die Reue so klein ist muß er mit zeitlichen
Strafen rechnen. Denn wer nur läßlich beichtet, der ist nicht aufrichtig um die Reinigung und Heilung
seines Herzens bemüht und läßt die eigene Seele im Stich.
Martin Luther prangerte im Mittelalter zwar zu Recht den Ablaßhandel an, aber er schüttete -
wie so oft!! - mal wieder das Kind mit dem Bade aus, weil er der Meinung war, daß für die
Seelen im Jenseits gar nicht mehr getan werden könne Darum ist das Fegfeuer mit all seinem Gepränge,
Gottesdienst und Gewerbe für ein lauter Teufelsgespenst zu achten. Denn es ist gegen den Hauptartikel,
nach dem allein Christus und nicht Menschenwerk den Seelen helfen soll, abgesehen davon,
daß uns auch sonst nichts von den Toten befohlen noch geboten ist. Deshalb könnte man es wohl
lassen, wenn es schon kein Irrtum oder Abgötterei wäre." (Martin Luther)
Luther hat die Menschen leider zu großer Trägheit erzogen, weil er Menschenwerk für
nichts achtete. Das lädt natürlich zur lauen Liberalität ein! So wie Gott die Menschen
am Schöpfungsakt beteiligt hat, so beteiligt er uns auch am Leiden und Weg Jesu Christi.
Durch Gebet, Sühne und gute Werke können wir unermeßliches für die eigene, für fremde Seelen und
für die verstorbenen Seelen tun. Gott hat uns doch miteinander durch Liebe verbunden!!