Kirchentag

Wo werden eigentlich mehr Irrtümer und Lügen über Gott verbreitet als auf den sogenannten Kirchentagen?! Es wimmelt nur so von theologischen Irrlehrern, die sich als revolutionär begreifen und so viele Menschen mit dem Gift ihrer Irrlehren anstecken.

Nahezu allen ist das Zölibath ein Dorn im Auge von dem Nietzsche sagte:

"So wie das Volk weiß, daß ohne begründeten Glauben kein Zölibat möglich ist, so ist umgekehrt der Zölibat der lebende Beweis eines begründeten Glaubens für das Volk."

Nietzsche:

"Luther mußte dem Priester, nachdem er ihm das Weib gegeben hatte, die Ohrenbeichte nehmen, das war psychologisch richtig: aber damit war im Grunde der christliche Priester selbst abgeschafft."

Karl Marx trifft die gleiche Analyse:

"Luther hat den Glauben in die Autorität gebrochen, weil er die Autorität des Glaubens restauriert hat. Er hat die Pfaffen in Laien verwandelt, weil er die Laien in Pfaffen verwandelt hat." MEW I S. 386

Johannes Paul II. sieht diese "Abschaffung" des Priesters praktiziert (Osservatore Romano 8.11.91):

"Es ist bekannt, daß in manchen Milieus in der Zeit nach dem Konzil das Bewußtsein von der wahren priesterlichen Identität sich getrübt hat. Es kam zu der Tendenz, die priesterliche Funktion zu "laisieren", gleichlaufend mit der Tendenz, die Gestalt des Laien zu "klerikalisieren".

 

"Unter dem Einfluß einer Leidenschaft eines sittlichen Defekts wünschen einige, es möge keinen Gott geben." Duplessy

Wir wollen es uns zur Aufgabe machen die schlimmsten Irrlehrer beim Namen zu nennen und bitten Sie, liebe Leser, uns Mitteilung zu machen, wenn in Ihrer Pfarrei besonders gravierende Irrlehren verbreitet werden. Wir würden uns auch freuen über Priester zu hören, die am unverfälschten Wort Gottes festhalten. Ihre Beiträge sind bei uns sehr gefragt! Berichten sie uns bitte auch von Ihren Endrücken zum Kirchentag!

Predigt zum Gründonnerstag im hohen Dom St. Peter zu Regensburg 2003

Liebe Schwestern und Brüder im gemeinsamen Glauben an den gekreuzigten und an den auferstandenen Herrn! Der Weg von dem "Hosanna" zu dem "Kreuzige ihn" wird immer kürzer! Ursprünglich dauerte er vom Palmsonntag bis zum Karfreitag. Einmal haben die Menschen gerufen: "Hosanna, hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!" Sie haben vor Jesus die Kleider ausgebreitet, die Palmzweige von den Bäumen gerissen und ihn als den messianischen König begrüßt. Kurze Zeit später ruft das gleiche Volk: "Kreuzige ihn! Nicht diesen, sondern Barnabas!" Einen Mörder ziehen wir vor. "Wir wollen keinen König außer den Kaiser!" Nicht den Friedenskönig, den Messias, sondern einen Despot, eine Militärdiktatur, das Römische Reich, das ziehen wir diesem Jesus vor. Heute ist der Weg von diesen Jubelrufen zur Verdammnis viel kürzer und dauert heute noch bis zum Gründonnerstag. Gestern noch wurde der Papst hochgepriesen, weil er an der Spitze der Bewegung gegen den Krieg im Irak steht. Heute am Gründonnerstag wird er schon beschimpft. Welches Verbrechen hat er denn eigentlich begangen? Welcher Fehler ist denn diesem alten gebrechlichen Mann unterlaufen, so dass wieder eine ganze Kampagne der Beschimpfung gegen ihn entfaltet werden kann? So wie ich heute gelesen habe, hat er jetzt wieder seine Macht gefallen lassen, sein hartes Gesicht gezeigt. Sein "Verbrechen" besteht darin, dass er heute, an diesem Tag, jetzt in diesen Stunden, beim Abendmahlsgottesdienst im Petersdom zu Rom eine Enzyklika unterzeichnen wird, in der nichts anderes dargestellt wird als die Lehre der Kirche von der Eucharistie. Es gibt ja heute offenbar nichts Schlimmeres als dieses, dass man einfach die Lehre der Kirche vorträgt! Viele sprechen heute von der Toleranz, von der Geistesfreiheit und Religionsfreiheit, von der Meinungsfreiheit und Pressefreiheit. Jeder darf sagen, was er will. Nur eine Position stößt bei uns immer auf Widerspruch, wird belächelt, als altmodisch angesehen, nämlich, wenn jemand nichts anderes darstellt als den katholischen Glauben. Und eine Sekte, die sich aus der Kirche schon längst entfernt hat, die den Namen "katholisch" für sich nicht in Anspruch nehmen kann und mit Kirche im Sinne des Mysteriums, des Heils, der Gabe Gottes, nur wenig zu tun hat, meint: Beim Ökumenischen Kirchentag, da richten wir uns nicht nach dem, was Papst und Kirche zur Eucharistie sagen oder wie Christus die Eucharistie verstanden hat, das geht uns überhaupt nichts an. Wir gebrauchen die Eucharistie einfach so wie wir uns das vorstellen. Es wird hier der Ökumenische Kirchentag, der zum Ausdruck bringen soll, dass alle Christen in Deutschland gemeinsam sich dem Ziel der Neuevangelisierung Deutschlands verpflichtet wissen, reichlich konterkariert, um seine eigene Sinnbestimmung gebracht. Es geht gerade darum, dass wir in Berlin gemeinsam Zeugnis ablegen von Jesus Christus, und dass alle gemeinsam tun und sagen, was wir ehrlichen Herzens, entsprechend unserem Glauben, auch gemeinsam sagen und tun können. Was wir gemeinsam im Gebet, in der Feier des Wortes Gottes und Predigt zum Gründonnerstag 2003 1 © Dr. Gerhard Ludwig Müller, Bischof von Regensburg


Page 2

in dem öffentlichen Zeugnis für das Engagement der Christen in der Gesellschaft sagen können, das soll hier in einem öffentlichen Sinn deutlich zum Ausdruck gebracht werden. Warum geht es denn nicht, wie es manche so gebieterisch fordern, dass wir gemeinsam die Eucharistie schon feiern? Es geht nicht deshalb, weil die Hierarchen verknöchert sind oder weil Theologen irgendwelche "Klimmzüge" vollziehen würden, wie ich es heute lesen konnte. Ja, diese Rede von der Realpräsenz Christi in der Eucharistie, das kann doch heute kein Mensch mehr verstehen und es interessiert auch niemanden mehr!" Auch die Voraussetzung, die notwendig ist, dass die Kirche in der apostolischen Nachfolge steht, und dass nach dem Gebot Christi nur der rechtmäßig geweihte Bischof und Priester diesem Sakrament vorstehen und es vollziehen kann, das brauchen wir heute alles gar nicht mehr! Schon in der Wende des 1. zum 2. Jahrhundert sind in der Kirche Irrlehrer aufgetreten, die sich den Glauben nach eigenem Geschmack zurechtgelegt haben. Der hl. Bischof Ignatius von Antiochien, der Stadt, die nach Jerusalem das zweite große universelle Zentrum des christlichen Glaubens gewesen ist, schreibt es in einem Brief an die Kirche von Smyrna so: "Folgt alle dem Bischof wie Jesus Christus dem Vater, dem Presbyterium der Priester wie den Aposteln! Die Diakone aber achtet wie Gottes Gebot! Keiner soll ohne dem Bischof etwas tun, was die Kirche betrifft. Jene Eucharistiefeier gelte als zuverlässig, die unter dem Bischof oder einem von ihm beauftragten Priester stattfindet. Wo der Bischof erscheint, dort ist die Kirche wie da, wo Christus Jesus ist, die katholische, die universale Kirche ist. Ohne den Bischof darf man weder taufen noch das Liebesmahl, nämlich die Eucharistie halten. Was aber jener für gut findet, das ist auch Gott wohlgefällig. Auf dass alles, was ihr tut, sicher und zuverlässig in Christus ist." Die Kirche ist nicht ein zusammengewürfelter Haufen! Die Kirche ist das berufene Volk Gottes! Christus hat die Kirche gestiftet und ER hat in die Kirche die Eucharistie eingestiftet. Das, was wir an diesem heutigen Abend feiern. Darum ist die Kirche und die Eucharistie nicht irgendein "Engelreigen", den wir miteinander vollziehen könnten. Der Papst, der uns die Lehre der Kirche vorträgt, der Bischof, der sie uns verkündet, und der Priester, das sind nicht Spielverderber in diesem Spielchen mit dem Namen "Wie- kann-ich-die-Kirche-zerstören?" oder "Wie-kann-ich-die–Kirche-auf-einen-flachen- Gesellschaftsverein-reduzieren?" Jesus hat die Eucharistie gestiftet, dass sie die Gedächtnisfeier seines Leidens, seines Sterbens und seiner Auferstehung sei. Und die Eucharistie stiftet eine persönliche Beziehung der Glaubenden zu Jesus Christus in der Liebe. Denn die Eucharistie ist das Mysterium, das Geheimnis der Liebe Gottes, die aber nicht sentimental ist, sondern, die sich in der Hingabe Jesu bis in den Tod am Kreuz sich als real und als mächtig erwiesen hat, als eine die Welt verwandelnde, den Tod und den Hass überwindende Liebe. Es wird hier so argumentiert: Wenn doch Jesus einlädt, dann kann doch die Kirche, die katholische oder die evangelische oder irgendeine andere kirchliche Gruppierung, nicht ausladen. Es hört sich fast so an, als ob man ein ganz profaniertes, säkularisiertes Verständnis von der Kirche habe. So, wie wenn einer sagen würde: "Ja, der Oberbürgermeister lädt zum Freibier ein, da kann doch der Pförtner die Leute nicht ausladen!" So klingt es gerade. Es ist so, dass zwischen Jesus und der Kirche ein engster Zusammenhang besteht. Wir nennen schon von der Hl. Schrift her diesen sakramentalen Leib "Leib Christi", die Eucharistie. Und wir nennen die Kirche, nämlich die Gemeinschaft der Glaubenden "die Glieder am Leib Christi". Die Kirche nennen wir auch "den Leib Christi". Darum besteht ein untrennbarer Zusammenhang zwischen der Eucharistie und der Teilnahme an diesem Sakrament und der vollen Zugehörigkeit zur Kirche und dem Bekenntnis zum Glauben dieser Kirche. Leider ist es so, dass im Laufe der Kirchengeschichte sich von der Kirche verschiedene Predigt zum Gründonnerstag 2003 2 © Dr. Gerhard Ludwig Müller, Bischof von Regensburg


Page 3

Gemeinschaften getrennt haben. Diese Trennung äußert sich zutiefst in dem unterschiedlichen Verständnis der Eucharistie. Was ist denn eigentlich der klassische Unterschied zwischen dem katholischen und dem reformatorischen, dem "evangelischen", wie wir sagen, Verständnis der Eucharistie oder, wie die evangelischen Christen sagen, "des Abendmahls"? In dem katholischen und orthodoxen Verständnis der Eucharistie gibt es ja überhaupt keinen Unterschied. Der Unterschied besteht darin, dass Luther gegen die Messfeier ins Feld geführt hat, dass sie zu Unrecht "ein Opfer" genannt wird, weil er sagt, "wenn der Mensch glaubt" vollzieht sich schon die Rechtfertigung, und das Abendmahl ist eine Erinnerung an dieses Geschehen am Kreuz. Aber, so sagt Luther, wir werden tief hineingenommen in die Lebensgemeinschaft mit Jesus Christus. Wir sagen: Schon seit jeher, seit Anfang der Kirche, ist die Eucharistie nicht ein zweites und ein drittes Opfer neben dem Opfer Jesu Christi, sondern hier handelt es sich nach dem Stiftungsauftrag Jesu Christi um die sakramentale Vergegenwärtigung des einmaligen unwiederholbaren Opfers Jesu Christi am Kreuz. Am Kreuz hat sich Jesus nicht dem Vater dargebracht, um ihn, den "zornigen Gott", zu versöhnen, sondern es handelt sich um eine Interaktion zwischen dem Vater und dem Sohn im Heiligen Geist der Liebe. Der Vater gibt den Sohn hinein in die Hände der Sünder. Aber Jesus bleibt seiner Sendung treu. Er schrickt vor dem Tod nicht zurück. Er weicht nicht aus, wenn die Menschen ihn verkennen, ja sogar in seinen eigenen Jüngern verlassen. Er stiftet hinein in den Tod, den die Menschen ihm zugedenken, die Liebe Gottes des Vaters, die in der Dahingabe des Sohnes, in seiner Treue bis hinein zum Tod, endgültig und unzerstörbar und unaufhörbar in der Welt sichtbar wird. Hier wird der Pfahl des Kreuzes, an dem Jesus hängt, hineingestoßen in die Erde. Er wird erhöht am Kreuz. Und Jesus sagt: am Kreuz, wo meine Liebe sichtbar wird, werde ich alle an mich ziehen. In der Eucharistie wird darum nach den Stiftungsworten Jesu er selber mit seiner ganzen geschichtlichen Wirklichkeit, mit seinem irdischen, menschlichen Dasein, ganz gegenwärtig. Nur Gottes Geist vermag es, die geschaffenen Dinge innerlich umzuformen, diese Gaben von Brot und Wein, die im natürlichen Leben unser Leben erhalten und die Freude der Gemeinschaft uns schenken und vermitteln. Nur Gottes Wort und Geist kann diese Gaben aufgreifen und in sie die Form Jesu Christi hineingeben, so dass die ganze Wirklichkeit und Substanz der Heilswirklichkeit Christi in seinem Fleisch und Blut uns unter diesen Zeichen wahrhaft, wirklich und wesentlich zuteil wird. In diesem heiligen Geschehen, so wie es von der Feier des Letzten Abendmahles vorgebildet ist, in dem Dankgebet, das Jesus gesprochen hat über die Gaben zum Vater hin, in der Stiftung von Brot und Wein zu seinem Fleisch und Blut, das dahingegeben wird, und in der Austeilung dieser Gaben, der Selbstgabe Jesu an die Jünger, haben wir jetzt schon die liturgische und die glaubensmäßige Wirklichkeit der Eucharistiefeier, die seit diesem Tag in seinem Auftrag und an Ostern an allen Orten in der Kirche gefeiert wird, wo Jesus Christus lebendig ist und von der Kirche geglaubt wird. Nach klassischem evangelischen Verständnis geschieht diese innere Umwandlung der Gaben nicht, sondern nur bei den Gaben ist Jesus gegenwärtig. Wir empfangen nicht Fleisch und Blut Jesu Christi, sondern nur anlässlich des Empfanges der Gaben von Brot und Wein ist Jesus gegenwärtig. Und auch nach klassischem evangelischen Verständnis gibt es gar nicht die priesterliche Vollmacht des apostolischen Dienstes, sondern das geistliche Amt ist nur ein Amt der Wortverkündigung und nicht ein Amt der Darbringung, des Opferns und der Konsekrationsvollmacht. In den jetzigen ökumenischen Gesprächen haben wir allerdings einen tiefgreifenden Fortschritt zu verzeichnen und eine innere Annährung dieser so divergenten Glaubensstandpunkte. Aber wir haben noch nicht die volle Einheit im Glaubensbekenntnis erreicht. In vielen ökumenischen Gesprächen wird Predigt zum Gründonnerstag 2003 3 © Dr. Gerhard Ludwig Müller, Bischof von Regensburg


Page 4

Predigt zum Gründonnerstag 2003 4 © Dr. Gerhard Ludwig Müller, Bischof von Regensburg gesagt, dass auch evangelische Christen die Eucharistie als eine Vergegenwärtigung der Selbsthingabe Jesu an den Vater verstehen können, in die wir, als die Glaubenden, als die Glieder am Leibe Christi, einbezogen werden, so dass das Haupt, Christus, und die Glieder des Leibes, wir, die Christen, nicht gegenläufig gegeneinander stehen, sondern wir von Christus in diese Richtung zum Vater hin hineingenommen werden und mit Christus vom Vater her die Gabe des ewigen Lebens, der vollen Einbeziehung in den Leib Christi, in das Sohnesverhältnis Christi zum Vater, empfangen. Und auch in vielen ökumenischen Gesprächen gibt es eine Annäherung an das Verständnis des apostolischen Amtes, dass nicht jeder von sich aus dieses Sakrament vollziehen kann, sondern dass dazu eine eigene Bevollmächtigung notwendig ist, die durch die Gabe des Heiligen Geistes, durch die apostolische Nachfolge, die den Bischöfen anvertraut ist, vermittelt worden ist. Aber erst, wenn wir die volle Gemeinschaft der Kirche als Glaubensgemeinschaft haben, können wir auch die eucharistische Gemeinschaft mit vollem Sinn und mit gutem Gewissen vollziehen. Wer hier den zweiten Schritt vor dem ersten macht, der bringt den ganzen ökumenischen Prozess ins Stolpern. Er geht eigentlich nur seinen eigenen Interessen nach. Er meint, das, was das Bekenntnis der Kirche oder das Bekenntnis so wie es in den evangelischen Kirchen ausgedrückt ist, sagt, das kann ich eigentlich bei Seite legen. Ich beziehe mich irgendwie auf Jesus; und von daher fühle ich mich ermächtigt, das zu tun, was ich will. Es handelt sich aber nicht einfach um eine beliebige Einladung, die mit der Kirche nichts zu tun hat, sondern es geht darum, dass die Kirche von Jesus den Auftrag empfangen hat, stiftungsgemäß dieses Sakrament zu vollziehen. Das ist nach gemeinsamen christlichem Glaubensverständnis nur möglich, wenn auch die Einheit im Glaubensbekenntnis, die Einheit im Verständnis der Kirche als Sakrament des Heils der Welt in Christus und damit auch die volle Einheit im Verständnis der Eucharistie gegeben ist. Unser gemeinsames Bekenntnis müsste sein: Die Eucharistie ist die sakramentale Vergegenwärtigung des einmaligen und unwiederholbaren Opfers Jesu Christi am Kreuz, die unmittelbare Offenbarung seiner Liebe für uns. In der Eucharistie ist Jesus Christus wesentlich und wahrhaft, wirksam und wirklich gegenwärtig. Und wir bekennen die Gestalt, die Verfassung der Kirche, so wie Christus sie gestiftet hat, und wie sie in der authentischen Überlieferung der Kirche in ihrer Grundgegebenheit sichtbar geworden ist und im Glaubensbekenntnis der Kirche dargestellt wird. Meine lieben Christen, öffnen wir uns diesem Geheimnis seiner Liebe! Dringen wir in die Tiefe des Mysteriums vor, dass wir Jesus mit unserem Herzen und mit unserem Verstand lieben und die persönliche Beziehung zu Jesus Christus nicht in Gegensatz gerät zu seiner und der Kirche Lehre, dass wir so der Einheit der Kirche dienen und sie nicht durch unbedachte Schritte gefährden, die theologisch und glaubensmäßig nicht zu verantworten sind. Wir dürfen dankbar sein für das, was Jesus Christus uns geschenkt hat. Wir dürfen das Gebet der Kirche vom Fronleichnamstag mitvollziehen, indem die verschiedenen Aspekte der Eucharistie auf eine knappe Formulierung zusammengebracht sind: "O heiliges Gastmahl, in dem Christus genossen, das Andenken seines Leidens erneuert und das Herz mit Gnaden erfüllt wird, und uns das Unterpfand des ewigen Lebens geschenkt wird." Amen!

 

 

Predigt am 15.06.2003

- Dreifaltigkeit, d I cl -
(Kirche zum Mitreden, 15.06.2003)

Röm 11,33-36; Mt 28,18-20

In der dänischen "Volkskirche" ist kürzlich ein Pfarrer suspendiert worden, nachdem er erklärt hatte, er glaube weder an Gott noch an die Auferstehung oder das ewige Leben. Die "Bischöfin" hat von dem Pfarrer außerdem verlangt, dass er innerhalb von zehn Tagen zum christlichen Glauben finde, andernfalls drohe die fristlose Kündigung. Der Gemeindekirchenrat hingegen unterstützt den Pfarrer: In einem Brief an die "Bischöfin" äußerten die Mitglieder des Gremiums Unverständnis, wieso jemand, der nicht an Gott glaubt, nicht Pfarrer sein dürfe.
Vielleicht könnte jemand meinen: Gut, dass es so ein Durcheinander in der katholischen Kirche nicht gibt! Das Problem dabei ist aber: Unter der Überschrift "katholisch" gibt es durchaus Bestrebungen, die ebenfalls gottlos sind. Auch wenn von diesen Atheisten das Wort "Gott" noch des öfteren verwendet wird, in Wahrheit sprechen diese Atheisten nicht von Gott, von dem wahren Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde, von dem dreifaltigen Gott, Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Betrachten wir zwei Fälle. Bei Fall 1 handelt es sich um einen so gen. "katholischen Theologieprofessor", der seit Jahrzehnten im Auftrag der so gen. "Körperschaft des öffentlichen Rechts römisch-katholische Kirche" Lehrbücher für "katholische Theologie" auf den Markt wirft und v.a. für die Ausbildung von so gen. "Priestern" sorgt. Kürzlich, bei einem so gen. "ökumenischen Kirchentag", trat dieser Mann als Mahlvorsteher bei einem "Abendmahl" auf, wobei er ausnahmslos jeden dazu einlud, das "Abendmahl" zu empfangen, und ausnahmslos jeden verurteilte, der sich gegen eine grenzenlose Austeilung des "Abendmahles" aussprach. Dieser Mann veröffentlichte bereits vor Jahren eine sehr umfangreiche so gen. "Dogmatik", eine Zusammenstellung der Glaubenslehren, mit dem Titel "Glaube ohne Mythos". Mit "Mythos" ist der Glaubensinhalt gemeint. Glaubenslehren wie die Dreifaltigkeit Gottes, Erbsünde und Erlösung haben in diesem "Glauben ohne Mythos" keinen Platz mehr. Zwar werden einige Dogmen noch erwähnt, aber nur zu dem Zweck, sie der menschlichen Willkür uneingeschränkt zu unterwerfen.
So verkündet dieser "katholische Theologieprofessor" im Auftrag der so gen. "römisch-katholischen Kirche": Gott ist "eine menschliche Projektion, die erdacht wurde, um eine Sinnvorgabe zu erlangen und die eigene Existenz wie die der Welt abzusichern. Gott ist ein Projekt, das die Überwindung des empfundenen Mangels und der unabgegoltenen Sehnsüchte sowie den Traum von einem erfüllten, sinnvollen Leben garantiert. Eine solche Vorgabe gibt es nicht. Sie macht den Menschen zu einem Untertan und Gott zu einem seienden Wesen."
Also: Gott existiert nicht. Trotzdem kann laut dieser offiziellen so gen. "katholischen Theologie" noch sinnvoll von Gott gesprochen werden, etwa: "Es ist Gott, wenn der eine dem andern hilft." Begründet wird diese offizielle "katholische" Gottlosigkeit durch die moderne so gen. Philosophie. Um 1800 machten sich Atheisten wie Kant und Fichte daran, die Existenz Gottes damit zu leugnen, dass sie Gott nur noch als moralische Ordnung, aber nicht mehr als Gott gelten ließen. Die wahre Theologie, die ganz besonders in den Werken der Kirchenlehrer wie dem hl. Thomas von Aquin ihren Ausdruck findet, findet vor diesem "Glauben ohne Mythos" keine Gnade. Wenn von der wahren katholischen Theologie die Rede ist, dann nur noch zu dem Zweck, sie als Hindernis auf dem Weg zum so gen. "wahren katholischen Glauben" zu verurteilen, wobei dieser so gen. "wahre katholische Glaube" eben die Gottlosigkeit ist.
Und damit kommen wir zu Fall 2: Dabei handelt es sich um den Herausgeber einer so gen. "römisch-katholischen Zeitschrift", der ebenfalls seit Jahrzehnten im Geschäft ist. Im Prinzip sind die Aussagen des "katholischen Theologieprofessors" und des "katholischen Zeitschriftenherausgebers" identisch. Auch wenn das Wort "Gott" noch so oft vorkommt, von Gott ist nicht mehr die Rede, sondern nur von der sittlichen Weltordnung. Der Mensch schafft selbst diese Weltordnung, er ist im Grunde selbst Gott. Der Zeitschriftenherausgeber sieht es als seine dringlichste Mission, die Welt von der wahren katholischen Theologie zu säubern. Für die Erfüllung dieser Mission schreckt der Zeitschriftenherausgeber auch vor den verwerflichtsten Mitteln nicht zurück. Während er über den hl. Kirchenlehrer Thomas von Aquin und alle, die in dieser Tradition stehen, die schlimmsten Bannflüche ausspricht, verteidigt er die Atheisten Kant und Fichte als die wahren Lehrer des Glaubens.
Papst oder nicht Papst, das ist hier nicht wirklich von Belang. Der "Theologieprofessor" und der Zeitschriftenherausgeber sind zwar in Bezug auf die gegenwärtige Leitung der katholischen Kirche offiziell anderer Meinung. Aber offensichtliche brüderliche Einheit besteht bei diesen beiden selbsternannten "Katholiken" darin, dass die Kirche von dem, was heiliggesprochene Päpste wie Pius X. entschieden haben, besonders hinsichtlich der Theologie, befreit werden muss. Und auch Urteile von Päpsten wie Pius XI. und Pius XII. z.B. hinsichtlich der Gültigkeit von Weihelinien werden ohne Skrupel und v.a. ohne Grund als Fehlurteile verurteilt. Wer es hingegen wagt, Personen wie diese beiden selbsternannten Katholiken zu kritisieren, der wird als unwissenschaftlich und uneinsichtig niedergemacht, und das sind noch die höflichsten Ausdrücke.
Kommen wir zurück zum Vorfall in der dänischen "Volkskirche": Ein atheistischer Pfarrer wird suspendiert, und die Gemeinde protestiert dagegen, weil nach ihrem Verständnis Atheismus und Pfarrleitung miteinander vereinbar sind. Vergleicht man diesen Vorfall mit den beiden Fällen des "Theologieprofessors" und des Zeitschriftenherausgebers, so lassen sich wesentliche Ähnlichkeiten erkennen. Auch diese "Katholiken" finden ihre Anhängerscharen, die sich selbst mit dem Titel "katholisch" schmücken, ja man kann sogar sehr erhebliche Nachteile erfahren, wenn man diesen Atheisten den Titel "katholisch" abspricht. Unter dem Decknamen Christentum herrscht also die Gottlosigkeit. Soll man nun angesichts dieser schlimmen Situation verzagen?
Das erste Gebet der heutigen Messe lautet: "Allmächtiger ewiger Gott, du hast Deinen Dienern die Gnade verliehen, im Bekenntnis des wahren Glaubens die Herrlichkeit der ewigen Dreifaltigkeit zu erkennen und in der Macht der Majestät die Einheit anzubeten; nun bitten wir dich: laß uns kraft dieses unerschütterlichen Glaubens stets vor allem Unheil gesichert sein." Bleiben wir also unerschütterlich in dem wahren Glauben, bekennen wir mutig den wahren Glauben. Lassen wir nicht zu, dass falsche Propheten ihr Gift verbreiten. Trennen wir uns von jedem, der Irrlehren verbreitet, selbst dann, wenn der Irrlehrer sich "katholisch" nennt, und sogar dann, wenn er das Festhalten an der Wahrheit mit den schlimmsten Flüchen verurteilt. Beten wir den wahren Gott an, flehen wir zu Gott, dass er uns in diesem Leben seine Gnade und in dem kommenden Leben die Herrlichkeit schenke. Amen.

S. auch:
Eberhard Heller außer Rand und Band
Johannes Rau und der "Kirchentag"

[Zurück zur KzM - Startseite]

 

 

2. Timotheusbrief

2Tim 4,3 C.H.Spurgeon Denn es wird eine Zeit sein, da sie die heilsame Lehre nicht leiden werden. 2 Tim. 4, 3.

Ein Mensch ist verantwortlich sowohl für seinen Glauben, als für seine Handlungen. Gott hat Gewalt über unsere Gedanken und Urteile, so gut wie über unsere Hände, Füße, Augen und Lippen, denn der ganze Mensch ist verpflichtet, dem Herrn zu dienen. Wenn Gott mir Urteilskraft gegeben hat, so soll ich sie auch in seinem Dienst anwenden. Wenn nun mein Urteil Unwahrheit aufnimmt, so hat es gestohlene Güter empfangen, und ich habe gesündigt, gerade wie wenn ich meine Hand ausgestreckt hätte nach den Gütern meines Nachbars. Irrtum in der Lehre ist also Sünde, so gut wie Irrtum im Wandel. Wir sind verpflichtet, in allen Dingen unserem Gott mit aller Macht zu dienen, und die Kräfte des Urteilens und des Glaubens nach seinem Willen zu gebrauchen. Es ist daher jedesmal Sünde, wenn wir etwas tun, was uns im Glauben an Jesus Christus wankend macht. Bedenkt auch, daß Irrtum in der Lehre auch eine solche Sünde ist, die, wie überhaupt alle Sünden, einen starken Trieb hat, sich zu vermehren. Wenn ein Mensch einmal in seinem Leben etwas falsches glaubt, so glaubt er schnell auch etwas anderes, das falsch ist. Öffne einmal der falschen Lehre Tür und Tor, so wird Satan das wenige Falsche in dein Herz treiben wie das schmale Ende eines Keils.

Die schlimmsten Irrlehrer, welche je den Glauben Gottes verkehrt haben, hatten zu Beginn nur kleine Irrtümer vorgebracht, doch zuletzt waren sie ganz von der Wahrheit entfernt. Aus diesem Grund, nimm dich in acht! Wenn du einem einzigen Irrtum Raum gibst, kannst du nicht sagen, wie weit du am Ende gehen wirst.