Pfadfinder Mariens
Katholische Pfadfinderschaft Europas
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Katholische Pfadfinderschaft Europas
KPE
c/o Dieter Weßler,
Im Ginsterbusch 21,
63225 Langen.
Leseprobe der Ausgabe Nr. 86, Quartal 2004:
"Der öffentliche Vorwurf oder die anklage "Antisemit" und "antisemitisch" zu sein nimmt heute ungefähr die Stelle ein, die vor 400 Jahren das Wort "Hexe! Hexe!" einnahm. Wen dieser Bannstrahl trifft, der ist öffentlich erledigt, politisch tot, gebrandmarkt für alle Zeiten. Linksradikale Verbrechen und Stalinismus, Verwicklung in Drogen oder Menschenhandel, alles verzeiht die Öffentlichkeit nach einer gewissen Schamfrist, "Antisemitismus" bleibt an Personen und Institutionen haften wie die Erbschuld. Ein treffendes Beispiel für diese Strategie der gezielten Deunziation liefert der amerikanische Autor Daniel Goldhagen (...) Diese Strategie ist in der Tat die Methode der staatlichen Hexen-Inquisitionsverfahren, wie sie in der frühen Neuzeit zwischen 1560 und 1630 üblich waren: Wen einmal eine Person als Hexe denunziert ist, wird jede Aussage oder Widerrede als taktisch-teuflisch interpretiert. Gestand die denunzierte Person (unter Folter), war sie überführt; gestand sie - trotz Folter - nicht, war sie ebenfalls praktisch überführt, denn solche Folter zu etragen konnte nur im Bunde mit dem Teufel geschehen sein. (Die Hexenprozesse derNeuzeit waren übrigens eine Form des Staatsterrors, wie er dann über den Jakobiner - Terror der Franz. Revolution im Stalinismus und Faschismus des 20. Jahrhunderts systematisiert wurde.) (...) Daß die Medien in dem "Prozeß" über die Entdeckung und Vollstreckung des gesellschaftlichen Antisemitismus - Urteils eine wichtige Rolle spielen, hat in Detschland die Hohmann - Affäre gezeigt. MdB Martin Hohmann hatte seine Ansprache zum Nationalfeiertag am 3. Oktober 2003 mit dem Resümee beendet, was auch die Intention seiner Rede beinhaltet: "Daher sind weder "die Deutschen", noch "die Juden" ein Tätervolk". An diesem Ergebnissatz des Autors ist nichts an Enthüllung, Empörung oder gar Antisemitismus festzumachen. Und so war an dieser öffentlichen Rede, die im Netz jederzeit nachlesbar war vier Wochen lang nichts auszusetzen. Aber es gab in der Mitte der Rede noch einen anderen Satz, eine konjungtivistische Erwägung, an der die Pressekampagne schließlich ansetzte: "Im Hinblick auf die Millionen Toten der ersten (bolschewistischen) Revolutionsphase (könnte man) nach der "Täterschaft" der Juden fragen. Juden waren in großer Anzahl sowohl in der Führungsebene als auch bei den Tscheka - erschießungskommandos aktiv. Daher könnte man die Juden mit einiger Berechtigung als "Tätervolk" bezeichnen. Das mag erschreckend klingen. Es würde aber der gleichen Logik folgen, mit der man Deutsche als "Tätervolk" bezeichnet. Nach der Erstenthüllung durch den Hessischen Rundfunk fokussierten die meisten Medien ihre Berichterstattung auf die zwei Worte: "Juden...Tätervolk" als antisemitische Ungeheuerlichkeit. Aus der konjungtivistisches Erwägung macht (z.B.) der Journalist Sonne eine Tätervolk-Behauptung: "Hohmann nennt Juden Tätervolk" Tagesthemen) und der Spiegel eine "antisemitische Tirade" (Nr. 45 2003) (....) Nach etwa zwei Wochen Medienenthüllung stand das Urteil vom "Gericht der öffentlichen Meinung" fest: "Die Rede Hohmanns vom "Tätervolk der Juden" wurde als Fundamentalangriff auf das Selbstverständnis der Republik gewertet:
"Denn die Deutschen
sind das wahre Tätervolk"
(Spiegel Nr. 45)