Predigt Kardinal Ratzingers vor dem Konklave:

"Wie viele Winde der Lehre haben wir in den letzten Jahrzehnten erlebt! Wie viele ideologische Strömungen! Wie viele Moden des Denkens.... Das Schifflein des Denkens vieler Christen ist nicht selten von diesen Wellen bewegt worden, umhergeworfen von einem Extrem zum anderen. Vom Marxismus zum Liberalismus, bis zur Libertinage; vom Kollektivismus zum radikalen Individualismus; vom Atheismus zu einer vagen religiösen Mystik; vom Agnostizismus zum Synkretismus und so weiter... Einen klaren christlichen Glauben zu haben, gemäß dem Credo der Kirche, wird häufig als Fundamentalismus etikettiert. Dabei erscheint der Relativismus, das heißt das Sich-treiben-lassen hierhin und dorthin von jedwedem Wind der Lehre, als die einzige Haltung auf der Höhe der Zeit. Es bildet sich eine Diktatur des Relativismus heraus, die nichts als definitiv anerkennt und die als letztes Maß nur das eigene Ich und seine Wünsche gelten läßt.... Wir hingegen haben ein anderes Maß: den Sohn Gottes, den wahren Menschen... Dies gibt uns das Kriterium zu unterscheiden zwischen wahr und falsch, zwischen Betrug und Wahrheit. Diesen Glauben müssen wir reifen lassen, zu diesem Glauben müssen wir die Herde Christi führen. (zit. nach FAZ 20.04. 2005. S.3)

Wie dankbar müssen wir für einen Papst sein, der klare Worte spricht und sich nicht vor dem Zeitgeist verneigt!