Wert der Sehnsucht
In der Sehnsuchtsspannung des Menschen liegt eine große Verheißung Gottes
nach dem Geschenk vollkommener Freiheit, großer Liebe,
großen Glücks, wie nur er es uns schenken kann. Die Sehnsuchtsspannung sagt uns,
daß wir Königskinder in der Fremde sind, die die Krone der Liebe tragen, aber nicht
das Reich der Liebe haben. Wer erkennt noch den Wert der Sehnsucht und wer läßt sie sich
nicht bis zur Sucht nach falschen Inhalten, die uns gar nicht meinen, oder gar zerstören,
aufspalten? Die Werbeindustrie versteht es, die Sehnsucht des Menschen anzusprechen und mit
einem Produkt zu verbinden das angeblich die Sehnsucht zu stillen in der Lage ist....
An der Sehnsucht des Menschen wird ein gigantischer Raubbau betrieben, denn die
Industrienationen leben davon. Restlos alles wird konsumierbar gemacht, von materiellen Dingen
angefangen
bis hin zum Menschen selber. Sogar die Religion wird zum Konsumgut erklärt, um nicht zu wenig
Bequemlichkeit und Kapital heraus zu schlagen. So ist uns Menschen die Krone der Verheißung von
Kopf gefallen. Je mehr wir in uns reinfressen, desto mehr hungern wir innerlich und das seelische
frieren nimmt
beängstigend zu, weil all die tollen Angebote uns nicht wirklich anwärmen können. Aber weil sie
uns nicht
meinen, fressen wir immer mehr in uns rein und werden so zu lebenden Toten, die man "Konsumenten"
nennt. Von wirklicher Selbstständigkeit ist schon lange keine Rede mehr, aber wer durchschaut
schon
diesen gigantischen Verrat, wenn man uns mit glatten Worten die Unfreiheit und falsche
Gebundenheit zur
Freiheit erklärt? Wir vermissen ja nicht einmal mehr echte Freiheit!!
Wir haben uns ganz traurige Narrenkappen aufsetzen lassen, haben uns zu Konsumenten und lästigen
Wählern
degradieren lassen, die ihre Stimme sprichwörtlich abgeben, weil die Verwaltung unserer Stimmen
angeblich überall so wunderbar funktioniert.
Statt die Speise Gottes
anzunehmen, knien wir am Sautrog, an der Fata Morgana des Zeitgeistes,
der uns alles verspricht, aber nichts anderes hält als den Untergang
der Herzen und Seelen... In den Sautrog des Zeitgeistes wird aller erdenklicher Dreck geschüttet,
angefangen vom Unrat der Medien, bis hin zum sonstigen Jahrmarkt der sogenannten Möglichkeiten.
Wie stand einmal auf einer Postkarte geschrieben: "Es gibt Menschen, die wissen alles, aber
mehr auch nicht!" Wir wissen alles, aber wir wissen nichts mehr von der tieferen Bindungsfähigkeit
und wie groß darum der Verrat ist in dem wir stehen. Denn der pure Geschäftsgeist, die pure Gier
und Bequemlichkeit will keine tiefe Sehnsucht des Menschen, die all das ablehnt was uns gar nicht meint.
Die Sehnsuchtsspannung im Menschen wird auf das Billige gerichtet, aber das Erhabene, das Höherwertigere
wird von uns genommen, damit wir nicht auf gute Gedanken und zu keinem echten Aufflug kommen.
In einem Gedicht von Werner Bergengrün heißt es:
Wir sind so sehr verraten,
von jedem Trost entblößt,
in all den schrillen Taten
ist nichts was uns erlöst.
Wir sind des Fingerzeigens,
der glatten Worte satt,
wir wolln den Klang des Schweigens,
der uns erschaffen hat.
Gewalt und Gier und Wille,
der Lärmenden zerschellt,
oh komm Gewalt der Stille
und wandle du die Welt.
(Sollte man so gute Gedichte nicht mal vertonen,statt ewig und drei Tage lang
nichtssagende Schlager zu komponieren?)
Wie wichtig ist die Sehnsuchtsspannung im Menschen, damit er die große Verheißung Gottes
überhaupt erkennt! Aber wie verführbar auch ist unsere innere Sehnsuchtsspannung, die so
furchtbar verraten und ausgenutzt wird, um mehr Geschäft zu machen und mehr hereinzuholen!?
Sogar der Körper des Menschen unterliegt dem Marktgesetz und wird verheizt wie Sklaven.
Warum lassen wir es zu, daß sich die Verführbarkeit von uns Menschen derart zunutze gemacht wird?
Sind wir nicht mehr auf eine gute und geschützte Atmosphäre angewiesen? Die faule Ausrede, daß
ja niemand zu was gezwungen wird, unterschlägt die Tatsache der schweren Verführung!! Jeder
Mensch kann an sich selbst leicht feststellen wie verführbar er ist. Wir brauchen das Gebet und
die
Treue, um zum Ziel des ewigen Lebens zu gelangen.
Christus sagt: "Es muß ja Verführung geben,
doch
wehe dem, der zum Bösen verführt, es wäre besser er wäre nie geboren worden." Math. Ev.
Niemand soll den Sünder verurteilen, weil wir alle Sünder sind. aber wir sollen die Sünde
verurteilen und all jene in die Schranken weisen, die mit glatten Worten Werbung für sie machen. Schützende
Moral ist also kein Moralistentum und positive Indiskretion hat nichts mit Denunzianten zu tun!
Unsere Sehnsucht soll in die Höhe und nicht in die Tiefe, in die Finsternis gerichtet sein! Wer
aber setzt sich noch höherwertige Ziele, um von der niedrigen Stufe wegzukommen?! Wieviel Süchte
nach Betäubungen, Berieselungen und Verblendungen werden bis zur totalen, bis zut toten
Selbstvergessenheit
in uns geweckt!? Von echter Aufbruchstimmung kann leider noch keine Rede sein! Speziell die 68er
versprachen die totale Freiheit, wenn nur alle Tabus gegen Verfühgrung erstmal fallen würden.
Sie erklärten dem Wort Treue unter zynischen Sprüchen und viel Gelächter (wer zweimal mit der selben pennt..)
den totalen Krieg und
vergewaltigten damit
die Treue auf ihre eigene Art, ganz anders wie der Kommunismus und Nationalsozialismus und doch mit dem
gleichen Ziel: Sie zu zerstören. Alle
stießen der Treue das Messer mitten in das Herz des Menschen und wurden damit also zu
Hochverrätern an der Menschheit.
Sind wir noch in der Lage selbstständig nachzudenken, oder haben wir uns den "Beherrschern des öffentlichen
Sprachgebrauchs" so völlig ausgeliefert, daß wir das Märchen vom "mündigen Bürger" und vom "Bund
der Anständigen" wirklich glauben? .