Wolf im Schafspelz

Mit großer Sorge stellen wir fest daß es im gesamten Aufklärungsprogramm der großen

Aufklärungsinstitiutionen wie Pro-Familia, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, AIDS - Hilfe, Aktion Jugendschutz, BDKJ, Arbeiterwohlfahrt etc. nicht eine Schrift gibt, die vor den Gefahren der Pornographie und prostituierten Sexualität privater oder organisierter Art warnt. Sehr wohl aber ist festzustellen, daß Beiträge zur Bindungslosigkeit in unserem Land geleistet werden, statt diese Massentendenz zu verhüten. Daß Erwachsene, Jugendliche und sogar Kinder rein sexuelle Wesen seien, wird in einer derart überbewerteten Weise hervorgehoben, daß daraus nur sehr negative Vereinseitigungen des Lebens entstehen können. In den überaus bitteren Folgen läßt sich mittlerweile nur zu deutlich verfolgen, was es gerade auch für Kinder und Jugendliche bedeutet, wenn ihnen Seitens unserer Aufklärer die Reduzierung des Lebens auf Sexualität und die dazugehörigen obligatorischen Kondome übergestülpt werden. Daß diese Einengung menschlichen Lebens, diese extreme Reduzierung der Liebe, ohne weiteres als Aufklärungswahnsinn in die Bindungsunfähigkeit bezeichnet werden kann, müßte eigentlich einleuchten. Es ist geradezu so als ob ein Kunstwerk ohnegleichen mit frevelnder Hand verunstaltet wird. Gerade auch Kindergärten und andere Vorschuleinrichtungen, sowie Heimen und Eltern werden sogenannte Fachbücher zur Sexualaufklärung angeboten, die an Fahrlässigkeit kaum zu überbieten sind und oftmals sogar ans Verbrecherische grenzen.

Ein Beispiel verlogener Sexualaufklärung:

Am 20.11. 97 richteten wir aus aktuellem Anlaß ein Schreiben an Oberschulamt bezüglich Sexualauffklärung an Grundschulen durch Pro-Familia:

Sehr geehrtes Oberschulamt,

Wir hatten dieser Tage die Möglichkeit erhalten uns einen Aufklärungsfilm inanzusehen (von Ihrem Hause an Grundschulen empfohlen) Der Aufklärungszeichentrickfilm von Thaddäus Troll, "Wo komme ich eigentlich her?", wird beispielsweise Kindern im 3. Schuljahr vorgeführt, empfohlen ab 6 Jahre. Kurze Wiedergabe des Films: Es werden Eingangs Klapperstorch und anderes gezeigt. Dann geht der Film ins Detail und zeigt die wesentlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau, erklärt den Geschlechtsverkehr und wie daraus ein Kind entsteht. Besondere Aufmerksamkeit widmet der Film dem Geschlechtsverkehr. Den Kindern wird erklärt, daß das "aneinanderreiben von Penis und Vagina "Lustgefühle verschafft und daß der Höhepunkt der Liebe der "Liebesknall" sei. Beim Liebesknall werden dann viele Herzen gezeigt. Im Film erleben die kopulierenden Eltern eines Kindes durch ihre Auf- und Abwärtsbewegungen große Lustgefühle, das Kind hingegen durch sein Seilchenspringen im Hof nur Frustration. Um Kinder auf das Erlebnis der Lust, siehe "Liebesknall", besonders neugierig zu machen, wird ein nacktes Kind von einem der Liebesknallherzen am Körper gestreichelt und erntet märchenhaftes Wohlgefühl dabei. Der Aufklärungsfilm scheint nur auf den ersten Blick Kindgerecht zu sein, bezweckt jedoch das glatte Gegenteil. Tatsache ist, daß er in den Kindern verfrühte Neugier auf Sex erweckt und, wie mir Lehrer berichteten, auch auf Nachahmungen gestoßen sei, da sich Kinder aufeinandergelegt hätten, um selber zu erfahren wie sich die Sache denn nun genau abspiele. Nicht wenige Kinder, so wurde uns gesagt, kämen durch den Film in arge Verlegenheit, andere würden sich mit Scherzen und Bemerkungen wieder Luft verschaffen. Wir bitten Sie sehr diesen Film, leider müssen wir ihn als unnötigen und gefährlichen Animationsfilm betrachten, persönlich in Augenschein zu nehmen und ihn künftig den Kindern nicht mehr zuzumuten. Es mag zwar sein, daß der Großteil der Kinder durch Fernsehn, Videos und Illustrierte schon einiges mitbekommen haben und daß dieser Aufklärungsfilm damit nicht Neues beinhaltet. Es muß aber davon ausgegangen werden, daß nicht wenige Kinder von ihren Eltern mit kindgerechter Einschränkung des Video- Fernseh- und Illustriertenkonsum aufwachsen und daher den so wichtigen Baustein Kindheit wirklich noch als Kindheit erleben dürfen. Durch das Neugierig machen auf den "Liebesknall" kann in den Kindern durchaus eine Frühstimmulierung geweckt werden, die dem natürlichen Kindsein eklatant zuwiderläuft. Aufklärung müßte zum einen auf den Entwicklungsstand der Kinder Rücksicht nehmen, was bei dem sogenannten Aufklärungsfilm von Pro-Familia aber wirklich nur zum Schein geschieht. .Sexuelle Details überfordern die Kinder und katapultieren sie in die Erwachsenenwelt. Aufklärung gegenüber Jugendlichen und Kinder sollte niemals nur auf den Geschlechtlichen Akt und die Hervorhebung geschlechtlicher Lust reduziert werden. Liebe ist doch weit mehr als verfinsternde Aufklärung & Pornografie uns mitzuteilen gedenkt. Fachkompetenz wird vorgetäuscht, ist aber nachweislich nicht vorhanden. Bequem ist Pornografie & Aufklärung für die, die ein Geschäft damit machen, in der Auswirkung aber ganz bestimmt nicht für die, die sich das überstülpen lassen müssen. Wir finden, daß gegenwärtig ein regelrechter Hochverrat an der Liebe stattfindet und daß die Frühstimmulierung und eklatanten Fehlinformationen an Kinder und Jugendliche den Weg in die Lustgesellschaft ohne Bindung beschleunigen. Sie vom Schulamt tragen eine sehr große Verantwortung und haben heute die Möglichkeit positive Weichen für die Zukunft zu stellen! Die gegenwärtige Aufklärung ist grob fahrlässig! Auch das sollte nicht unerwähnt bleiben: Zwar werden Kinder von Mann und Frau scheinbar "gemacht", sozusagen produziert, doch sollte die ganze Wahrheit gesagt werden: daß Gott den Menschen zwar am Schöpfungsakt beteiligt hat, daß aber zum Leben hin immer auch die Einstrahlung Gottes gehört, ohne die Leben und Liebe nicht denkbar ist. Wir sind in großer Sorge um den Schutz der Kinder und bitten um Rückantwort!

MUT e.V. Neckargemünd

Mit freundlichen Grüßen!

In seiner Antwort vom 01. Dez. 97 schreibt uns das Oberschulamt Karlsruhe:

Aufklärungszeichentrickfilm "Wo komme ich eigentlich her"

Sehr geehrter Herr Brenner,

das Oberschulamt Karlsruhe dankt Ihnen für Ihr o.g. Schreiben und Ihre Sorge um eine angemessene, Kindgerechte sexuelle Aufklärung in der Grundschule.

Der Bildungsplan für diese Schulart sieht im Fach Heimat- und Sachunterricht der Klassen 3 und 4 die Themenbereiche

"Mit Fragen der Geschlechtlichkeit umgehen" (Bildungsplan S. 139) und "Begreifen, daß Geschlechtlichkeit zum Menschen Gehör "(Bildungsplan S. 197) vor. Soweit geeignete Medien zur Verfügung stehen, können diese zur Veranschaulichung einzelner Aspekte der o.g. Thematiken auch in der Grundschule eingesetzt werden.

Der von Ihnen monierte, von der Pro-Familia in Umlauf gebrachte Film ist aber weder vom Oberschulamt Karlsruhe noch von der Landesbildstelle Baden als geeignetes Medium für den Heimat- und Sachunterricht empfohlen, wurde allerdings schon 77 mal als Video verliehen. Dieser (Anmerkung: der Lehrplanbezug) ist für die Grundschule zwar vorhanden, allerdings ist die Machart des Films (auf Unterhaltung angelegt und mit vielen, meist überflüssigen Gags. Versehen) weniger geeignet, ihn als Unterrichtsmedium sinnvoll einzusetzen. Außerdem läßt die Länge des Film einen zunehmenden Aufmerksamkeitsverlust befürchten. Daher wird nicht empfohlen, diesen Film in die Liste gut geeigneter Medien für den Heimat- und Sach-Unterricht aufzunehmen"

Das Oberschulamt Karlsruhe wird die Schulleitungen der Grundschulen in geeigneter Weise über dieses bereits vor drei Jahren erstellte Gutachten der Clearingstelle informieren und hofft damit, Ihrem Anliegen Rechnung getragen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

G.